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 Gemeinschaftsraum

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BeitragThema: Gemeinschaftsraum   Mi Okt 21, 2015 3:13 pm


Der Gemeinschaftsraum dient den Mitgliedern von Night Raid als Aufenthaltsraum, wo sie sich frei beschäftigen können, wenn sie nicht gerade am trainieren sind oder eine Besprechung ist. Man findet hier vor allem Stühle und Tische, aber auch eine Art Küche findet sich hier, schließlich müssen die Soldaten und Rekruten auch etwas essen. Es kommt nur sehr selten vor, dass man hier niemanden antrifft.
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Jean

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Fr Nov 13, 2015 4:55 pm


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Das Licht der Kerzen erhellte den dunklen Raum nur spärlich. Peinlich berührt von der herrschenden Stille, flackerten die goldgelben Flammen umher, als würden sie einen wilden Tanz aufführen, der nur ihrer selbst galt. Sie waren klein, die zurückgeworfenen Schatten dagegen groß, fast schon zu groß. Und als wäre es ihre Absicht, den Schein der Kerzen zu meiden, tanzten sie immer entgegengesetzt zu eben jener Lichtquelle, obwohl diese der Grund für ihre Existenz war – denn wie heißt es noch so schön: „Wo Licht ist,  ist auch Schatten“ – Ein zeitgerechtes Motto, wenn man mal bedachte, dass es sich viel mehr auf Gegensätze, Polaritäten und Nicht-ohne-den-anderen-sein bezog; mal abgesehen davon, dass Licht und Schatten alle diese Dinge erfüllen. Doch das elegante Zusammenspiel dieser beiden metaphorischen Pole wirkte sich keinesfalls negativ auf den mit dunklen Holzmöbeln bestückten Gemeinschaftsraum des Night Raid Stützpunktes aus; vielmehr erschuf es eine angenehme Atmosphäre – geheimnisvoll und mysteriös, so als würde der Schein nur trügen und sich etwas ganz anderes in diesem Raum befinden. Tatsächlich – wer hätte es gedacht – war es nicht nur das dunkle Holz, das in diesem Augenblick das in schwaches Licht gehülltes Zimmer prägte, gefolgt von den weiß schimmernden Türrahmen, den rötlichen Holzplatten an der Wand und dem Polster der Stühle; denn etwas hinten im Raum konnte man, wenn man sich nur lange genug darauf konzentrierte, in jene Ecke zu blicken, einen jungen Mann mit blondem Haar erkennen, der auf einem Sofa lag – Jean. Die Augen hatte er geschlossen, doch – wie schon erwähnt – trug der Schein nur: er war hellwach. Ab und zu bewegte sich eine Nase ein wenig, als würde sie im vorgetäuschten Schlaf etwas riechen, das so verlockend duftete, dass dieses Organ einfach nicht anders konnte; doch auch hier war es wieder nur Show. Dasselbe Spiel erzeugte er ebenfalls mit seinen Lippen, die sich keinen Millimeter rührten; seinen Armen, die in verschränkter Position auf seiner Brust thronten; seinem Brustkorb, der sich in Zeitlupe auf und ab bewegte und somit das schlafende Bild verstärkte; sowie sein linkes Bein, welches er mit dem Fuß über den rechten schlug, sodass sie knapp über den Rande des Stoffbezugs herunterbaumelten. Auf Schnarchgeräusche verzichtete er, wenngleich es zu seiner idealen Tarnung beitragen könnte, die sich tatsächlich bewährt machen könnte. Er weiß, dass man selbst mittels enormer Lautstärke nicht viel erreichen kann, wenn er schläft; und die Anderen wissen es auch. Sie würden keinen Hehl darum machen, leise zu sein, sodass er es jederzeit bemerken würde, wenn man sich zu ihm gesellen würde – sei es ungebeten oder gebeten. Es bedarf eines Wesen Verstand nicht viel, um zu sehen, dass sein Kampfstil ein perfekt ausgeglichenes Verhältnis zwischen aktiv und passiv bot: der Pfeil, der Bogen, die Wurfsterne; die Athletik, das Tarnen und das Wissen. Ein jeder hat eben seine Stärken und Schwächen; es gibt keinen, der nur von einer Seite geprägt ist. „Wo Licht ist,  ist auch Schatten.“

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Zuletzt von Jean am Di Dez 08, 2015 3:46 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Espey

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Sa Nov 14, 2015 11:40 pm

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Ein winziges, ja fast lautloses Klacken war ganz schwach durch die Gänge des Stützpunktes von Night Raid zu hören. Es war ein sehr leises, ja so leise das man es fast schon überhören konnte, Geräusch was da durch die Luft hallte. Und wohl niemand, der dieses Geräusch vernehmen konnte - wenn es denn jemand mit so feinen Ohren gerade hier gab - hätte es mit dem aufeinander schlagen von Absätzen auf den Fußboden in Verbindung bringen können. Und doch, es waren die Absätze von weißen Stiefeln welche dieses Geräusch hervor riefen. Doch es konnte wohl niemandem verübelt werden, wenn man dieses Klicken, diese Schritte nicht vernahm. Immerhin trug niemand geringeres, als die vielleicht beste Attentäterin von Night Raid diese Stiefel während sie durch die Gänge ging!

Ein Mädchen mit dem zweifarbigen Haar und eben jenen weißen Stiefeln lief durch die Gänge sie hörte auf den Namen Espey. Espey Laxey. Ein Mädchen, oder eher eine junge Dame, von achtzehn Jahren. Ein Mädchen, deren Haare in der Mitte ihres Haaransatzes plötzlich die Farbe auf natürliche Weise veränderte. Auf der rechten Seite hingen ihre Haare in einem cremigen Rosa herunter während sie auf der anderen Seite ein schokoladiges Braun besaßen. Und auch die Augen der jungen Frau - welche es im Laufe ihrer Zeit bei Night Raid bis zum Oberleutnant gebracht hatte - wiesen diese komische Färbung auf, war es dort auch nur wieder umgedreht. Jedenfalls, die junge Frau mit den weißen Stiefeln und dem zweifarbigen Haar lief durch die Gänge des Stützpunktes, zusammengefaltet unter ihrem Arm, während sie lächelnd in einem Notizbuch etwas las.

Quietschend öffnete sie die Tür zum Gemeinschaftsraum und schritt so graziös wie sie auch sonst immer durch die Gegend wanderte, weiter durch den Raum. Das in einer hinteren Ecke ein Soldat auf einer Couch lag konnte sie auf Anhieb ausmachen. Wie hatte man es damals als Kind immer gesagt? Wer nicht seine Umgebung genau beobachtete, der starb. Vor allem bei den Aufträgen, bei denen das Kaiserreich vor gehabt hatte, die Kinder einzusetzen. Als Attentäter, als Killer. Kampfmaschinen im Gewand von unschuldigen Kindern. Doch nun? Nun war Espey, eben eins dieser Kinder bei Night Raid. Der Elite-Einheit des Kaiserreiches, der besten und stärksten Truppe. Selbst wenn sie aus dem Vorbild von Attentätern erschaffen wurden, dass wofür sie eigentlich trainiert wurde hatte sie schon lange nicht mehr. Obwohl, hatte sie es jemals? Selbst die Truppe unter Kazoku war gar nicht das gewesen, was sie eigentlich erwartet hatte.. Sie waren mehr Spione oder Kommando-Soldaten gewesen als Attentäter. Sie observierten Bürger, lauerten Rebellen auf, machten ihre Stützpunkte auf und eliminierten jeden anzutreffenden Rebellen. Ein wirkliches Attentat hatte sie nur ein paar Mal ausgeführt. Und nun? Nun war sie hier bei Night Raid. Obwohl es nicht ganz das war, für was sie eigentlich ausgebildet wurde, so gefiel es ihr! Sie hatte etwas, was sie tun konnte! Die Generalin arbeitete so hart, es war ihre Pflicht sie bei so vielen Aktionen wie nur möglich zu unterstützen oder ihr die Arbeit gar ganz abzunehmen! Mit einem umspielten Lächeln schloss sie ihr Notizbuch und schritt weiter durch den Gemeinschaftsraum, mal etwas hörbarer, mal gar nicht hörbar. Sie achtete penibel darauf, nur die Geräusche zu verursachen, die sie auch verursachen wollte..
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Jean

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Di Nov 17, 2015 5:10 pm

Wachsam lauerte der junge Mann auf dem von ihn in Anspruch genommenem Sofa, darauf wartend, dass er hier vermutlich noch vor Langeweile verrecken würde. Ein triumphierendes Grinsen umspielte seine Lippen, seine Augen starrten dagegen ziellos gegen die kleinen Hautfältchen, die sich behutsam über sie gelegt hatten, als würden sie seine Augen zudecken, obwohl sie nichts anderes taten, als sein Blickfeld in ein getränktes Schwarz einzulullen. Es war durchaus riskant, sich so zu verhalten; zwar weniger riskant, wie außerhalb dieser Mauern, aber immer noch riskant. Sich auf seine anderen Sinne zu verlassen, ist keine schlechte Idee, schließlich sind diese viel wachsamer, wenn der wichtigste von ihnen gerade einmal ausfällt – aus gutem Grund. Wie schon erwähnt: Er gibt vor, zu schlafen. An sich ist das nicht gerade die wirksamste Methode, um einen eventuellen Feind zu destruieren, aber im Laufe der Zeit hatte er oft genug gemerkt gehabt, dass es sich auszahlte, nicht immer nur angriffslustig zu sein, sondern den eigenen Gegner mit Bedacht zu bekämpfen. Es gehörte einfach zu seiner Tatik; Losstürmen und blindlings Angreifen kann sehr schnell ins Auge gehen, schließlich ist es weiterhin wichtig, seinen Gegner nie zu unterschätzen – ein Fehler, den viele begehen. Und dabei soll man für gewöhnlich aus Fehlern lernen. Aber wie soll man das, wenn ein solcher Fehler einen das Leben kostet?

Unwillkürlich zuckten die bernsteinfarbenen Auge unter ihren funktionellen Bettdecken umher, als ein leises Quietschen durch den leblosen Raum hallte. Zweifellos – eine Tür. Nein, nicht eine Tür – die Tür am anderen Ende des Raumes, war diejenige, die er hörte. Ihr Öffnen hatte einen leichten Windzug verursacht, der es sich nicht vorenthalten ließ, die Haut des Blondschopfes zu streichen – so spürte er. Es lag ein interessanter Geruch in der Luft – duftig, betörend, gefährlich, zart; Jean observierend. Wer auch immer es gewagt hatte, ihn bei seinem kleinen, vorgegaukelten Spiel zu stören, konnte kein Mann sein, so viel stand fest. Wider Erwartens besteht das gesamte Team rund um Night Raid nicht nur aus Männern; vielmehr Frauen. Ein paar Soldatinnen hier, Rekruten da, nicht zuletzt die Generalin und unser Oberleutnant, wobei jenes nicht das treffendste Wort ist. Letzteren beiden war er nicht oft begegnet, weshalb er die anschwebende Person für eine Soldatin oder eine Rekrutin hielt. Doch auch von denen kannte er nicht viele – vielleicht vom Sehen, keinesfalls beim Namen.
Seine Vermutung war vollends bestätigt, als er das leise Summen auf den Holzboden Stoßender Absätze vernahm, die in ihrer Dynamik variierten, als wäre es die pure Absicht des Trägers. Manchmal waren sie komplett verstummt, sodass Jean vermutete, die Person würde regungslos an einer Stelle stehen. Tatsächlich war Ersteres der Fall – wer hätte das schon ahnen können? Vorsichtig, im Hinterkopf behaltend, dass die Gestalt nicht bekommen sollte, dass er auf der Hut ist, trennte er seine Lider um einen Spalt von einander, wie die aufgehende Sonne, die nur in einem schmalen, güld’nen Streifen am Horizont erkennbar ist. Viel erkennen konnte er nicht, aber es reichte aus, um zu merken, dass er sie nicht vom Sehen her kannte. Unumstritten, dass er sie jemals gesehen hatte und sich nur nicht an ihr Gesicht erinnern konnte, denn das kann er ziemlich gut, sich an Gesichter erinnern. Und da er jeder Soldatin und jeder Rekrutin bereits über den Weg gelaufen musste – beim Training zum Beispiel – gab es nur zwei Personen, die infrage kämen. Und er wusste genau, dass diese zwei Personen eines höheren Ranges als er waren, weshalb er genau wusste, wie er sich obligatorisch zu verhalten hatte. Nun gut, solange er sie im Glauben lassen konnte, er würde schlafen, könnte man die Etikette umgehen. Denn sie stand stocksteif da, wie ein Zinnsoldat. Das merkwürdige Haar beachtete er nicht – warum auch? Er hatte durchaus Besseres zu tun, wobei das eigentlich Ansichtssache ist. Und wenn diese fremde Silhouette dort hinten ihn auch nur ein Funken kennen würde, dann wüsste sie, dass er niemals ein Gespräch anfangen würde. So schloss sich, ohne zu Zögern, das rechte Auge – Sonnenuntergang.

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Espey

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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   So Nov 22, 2015 8:16 pm

Mit einem leichten Grinsen auf dem Gesicht betrachtete das junge Mädchen weiter das Schauspiel, was der Soldat auf der Couch am anderen Ende des Raumes ablieferte. Ja, sie staunte nicht schlecht als der Kerl doch so beharrlich sein Spiel fortsetzte und weiter den schlafenden abgab. Doch was sprach auch schon dagegen, dass er eben nur so tat? Im Prinzip gab es nicht einen einzigen Beweis dafür.. Doch machte dies Espey etwas aus? Nein, natürlich nicht. Sie würde mit dem Mann dennoch spielen, einfach aus dem Grund alleine heraus, dass es andere Räume zum schlafen gab als dieser Gemeinschaftsraum. Und alleine wegen diesem Grund und der Tatsache, dass man doch nie so unvorbereitet irgendwo schlafen sollte, hatte sich das Mädchen mit den zwei Haarfarben es in den Kopf gesetzt, diesen Kerl aus seinem Schlaf zu reißen!

Mit langsamen und gut hörbaren Schritten ging sie wieder zu der Tür, öffnete diese und trat ein paar mal auf der Stelle auf bevor sie die Tür wieder schloss. Es würde sich für jemanden, der sich nur noch auf seinen Gehörsinn verließ nun so anhören, als ob sie gegangen wäre! Lautlos tänzelte die Attentäterin leichtfüßig durch den Raum bis sie schließlich bei der Couch angelangt war. Ihre Bewegungen waren so lautlos wie nur möglich gewesen, ihre Anwesenheit förmlich nicht mehr als ein Schatten.. Jedenfalls solange, bis sie sich zu dem Mann hinunter beugte. >> Notfallübung~ <<, flüsterte sie dem Soldaten nur mit ihrer süßen, leisen Stimme entgegen bevor sie sich auf die Couchlehne neben dem Kopf des Mannes hinsetzte und die Beine übereinander schlug. >> Eine Kommandoeinheit der Jägers hat den Stützpunkt bereits infiltriert, die Verteidigungen ausgeschaltet, unsere Befehlskette entscheidend gestört und just in diesem Moment befindet sich eine zweite Kampfeinheit der Jägers auf dem Weg zum Palast. Was tust du? <<, sprach sie nur wieder mit ihrer süßen, ja schon lieblichen und unscheinbaren Stimme während sie den Sonnenschirm, ihre Kaiserwaffe, im geöffneten Zustand über die rechte Schulter gelehnt hatte und ihn mit der rechten Hand auch festhielt. Na, wie der Blonde da neben ihr wohl nun reagieren würde?
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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Di Nov 24, 2015 5:01 pm

Wieder und wieder ließ der blonde Mann das Bild der jungen Frau mit der merkwürdigen äußeren Erscheinung, die ihn wenig gekümmert hatte, in seinen Gedanken Revue passieren. Ihren Gesichtsausdruck, der vermutlich nicht vielversprechend gewesen wäre; die unter schwarzen Handschuhen verpackten Hände, die er unter Umständen als Klauen bezeichnet hätte – wenn dann nur, um in sich hinein zu grinsen –; und die ab und zu quietschenden Stiefel, die nur dann einen Ton von sich gaben, wenn sie das Parkett berührten – so glaubte er, immerhin ahnte er nicht, dass sie es beabsichtigte, nur ab und zu ein Geräusch zu machen – hatte er nicht wahrnehmen können, nachdem er seine Lider wieder gegeneinander gelegt hatte, so wie der Wind die Blätter eines Baumes sanft und flaumig strich. Irgendetwas hatte ihn abgelenkt, ganz gleich, was es war. Die einzige Möglichkeit, in Erfahrung zu bringen, worum es sich dabei handelte, bestünde wohl darin, in seine Gedanken, sein Bewusstsein, zu dringen, was nahezu unmöglich ist, wenn nicht undenkbar. Nicht einmal Jean selbst hätte im Nachhinein sagen können, warum er sich so unaufmerksam verhielt; er hätte lediglich Vermutungen angestellt: Unsicherheit? Zweifel? Ehrfurcht? Respekt? Unwissenheit? – Mehr als die Hälfte dieser Hypothesen bezog sich schon auf die offensichtlich weibliche Gestalt, die sich – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – zu ihm gesellt hatte. Denn wie schon gesagt: Er hatte absolut keine Ahnung, wer sie war, lediglich die Vermutung, dass sie ein höheres Mitglied der Truppe um Night Raid, war das einzige, was ihm geblieben war. Aber sei’s drum.
Jenes Quietschen, welches ihn unweigerlich eben aus seinen Gedanken gerissen hatte und sofort von ihm zugeordnet werden konnte, wiederholte diese Prozedur. Offensichtlich hatte die fremde Gestalt den Raum wieder verlassen – zeugten doch die auf das Parkett prasselten Stiefel der jungen Frau von ihrem Abgang. Ein schmales, unauffälliges Grinsen huschte wieder einmal über seine karmesinroten Lippen. Ob sie ihn nicht bemerkt hatte? Eine Weile überlegte er. Eigentlich würde es doch schlechtes Licht auf eine Anführerin solchen Grades – wenn sie es denn war – werfen, wenn sie nicht einmal imstande war, einen ihre eigenen Soldaten in einem leeren Raum zu bemerken. Nun gut, es könnte auch sein, dass sie sich im Night Raid’schen Stützpunkt so sicher fühlte, dass sie es nicht als nötig erachtete, sich auf alles gefasst zu machen. Aber selbst wenn es so wäre, würde ebenso diese Naivität schlechtes Licht auf sie werfen. Keinesfalls würde sich Jean dieses Wissen zunutze machen, auch wenn es genügend Soldaten gäbe, die sich erhofften, somit einen höheren Rang zu besteigen – vielleicht sogar den der Fremden? Einen kleinen Seufzer von sich gebend, machte der Soldat es sich auf der Couch bequemer, konzentrierte sich aber weiterhin mittels Hörsinn auf seine Umwelt. Ab und zu glaubte er ein Geräusch zu vernehmen, aber irgendwie begann er, sich selbst einzureden, es sei nur Einbildung – ein gravierender Fehler. Denn kaum drei Sekunden später spürte er einen kalten, gefährlichen Hauch Odem, der auf seiner Nackenhaut kondensierte. Und bevor Jean die Augen hätte aufschlagen können, flog ein seichtes Stimmchen – verführerisch und böse zugleich – seine Ohren entlang. »Notfallübung. Eine Kommandoeinheit der Jägers hat den Stützpunkt bereits infiltriert, die Verteidigungen ausgeschaltet, unsere Befehlskette entscheidend gestört und just in diesem Moment befindet sich eine zweite Kampfeinheit der Jägers auf dem Weg zum Palast. Was tust du?« Dass sich die junge Frau von eben auf der Lehne niederließ, hatte er nicht mitbekommen, war sich dafür aber sicher, dass es dieselbe wie eben gewesen sein musste. Trotz der plötzlichen Überraschung blieb sein Puls auf dem gleichen Niveau. »Das ist aber schwer...« – begann er sarkastisch, die Augen stets geschlossen – »Ich würde mich auf den Weg zum Kaiserpalast machen und das Leben des Kaisers mit dem meinen beschützen.« Kaum hatten diese Worte seine Lippen verlassen, öffnete er seine Augen, suchte mit seinem Blick nach ihr und schaute – ohne sich irgendwie zu bewegen – in ihre Augen. Er kannte die Person, die dort wortwörtlich hinter seinem Kopf auf der Lehne thronte nicht persönlich wohl aber von Bildern. »Und wie ist’s bei Ihnen, Frau Oberleutnant?«, entgegnete er mit einem süffisantem Grinsen.

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Zuletzt von Jean am Di Dez 08, 2015 3:45 pm bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Sa Dez 05, 2015 4:47 pm

Ein Lächeln schlich sich auf die Lippen von Espey als der Soldat die Augen öffnete und sofort eine Antwort auf Lager hatte. Doch so leicht würde er ihr nicht davon kommen, wippte das Mädchen ein wenig auf der Lehne hin und her während sie ihren geöffneten Schirm weiter auf der rechten Schulter hin und her drehen ließ. >> Mhm.. Eine gute Antwort, doch ich würde anders handeln. <<, meinte sie nur mit ihrer lieblichen und süßen Stimme während sie weiter so verspielt auf der Lehne der Couch saß und zu dem Blonden hinunter sah. Eigentlich müsste er ja nun sowieso kerzengerade vor ihr salutieren.. Aber sie war noch nie jemand gewesen, der darauf bestanden hatte. >> Die erste Priorität hat die Wiederherstellung der Kommandostruktur innerhalb von NightRaid. Sollten die Rebellen es schaffen den Kaiser zu töten, dann ist es unsere Aufgabe den Thron zurück zu erobern. Eine Leiche mehr im Thronsaal ist weniger schlimm als den kompletten Verlust der gesamten Elite. Sei es nun deine Leiche oder die des Kaisers. <<, sprach sie nur leise, lächelnd und mit einer solchen Kälte das es beängstigend war zu dem jungen Mann hinunter. >> Oder wie siehst du das?~ <<, säuselte sie nur wieder hinunter bevor sie auch schon von der Lehne hinunter sprang. Nicht einen Laut machten ihre Stiefel als sie den Boden berührten oder als sie - nach wie vor mit dem Schirm über der Schulter - durch den Raum lief. Ein Moment, in welchem der Mann wohl genau realisieren sollte, dass sie zuvor nur mit ihm gespielt hatte. Das sie ihn hätte umbringen können ohne das er etwas hätte kommen sehen oder hören können..
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BeitragThema: Re: Gemeinschaftsraum   Di Dez 08, 2015 4:25 pm

Nicht lange zierte das kürzlich erst aufgelegte Grinsen seine Lippen, bestand es doch darin, dass er zum Einen nicht das wohl passende Suffix -in an ihren Rang innerhalb Night Raids angehängt hatte, und zum Anderen eine Antwort gegeben hatte, mit der er selbst recht zufrieden war – wobei er bezweifelte, dass sie seine Meinung teilte. Eine solche Frage enthält meistens immer einen wichtigen Hinweis auf das richtige Handeln oder eben von dem genauen Gegenteil, nämlich ein Hinweis, der einen dazu verleitet, genau das Falsche zu tun. Jean hatte sich dementsprechend nicht wirklich nach dem exakten Inhalt gerichtet, sondern einfach eine Antwort von sich gegeben, die rein intuitiver Natur ist, wie er. Was sie davon halten würde, sollte eigentlich in seinem Interesse liegen, aber das tat es nicht. Sie hatte gefragt, er hatte geantwortet: So einfach läuft das.
Und während er dann für einen kurzen Augenblick ihr Gesicht betrachtet hatte, war ihm aufgefallen, dass ihre Haare und ihre Augen tatsächlich extraordinärer waren, als man es auf einem Bild oder einer simplen Beschreibung erwartet hätte. Den Regenschirm auf ihrer Schulter hatte er gleich identifizieren können: ›Purple Haze‹, ihre Kaiserwaffe. Es war allgemein bekannt, dass eben jene Kaiserwaffe Espey erwählt hatte. Er bewunderte sie dafür, von Neid war allerdings nicht zu sprechen. Und es wäre auch unmöglich davon zu sprechen, denn soeben hatte sie das Wort ergriffen und Jean, wie erwartet, Widerspruch geleistet. Tatsächlich – er hatte es in Gedanken zugeben müssen – war ihre Antwort keinesfalls eine Schlechte und sue trug viel Wahres in sich, aber er hätte trotzdem weiterhin auf seine beharrt, sie nicht geändert. »Wie ich das sehe?«, wiederholte die Frage der höherrangigen Person, während diese im Raum umher lief. Es war ihm gleich aufgefallen, dass sie dabei keinen Ton von sich gab, und was sie ihm damit sagen wollte auch. Es könnte leichtsinnig sein, auf den wichtigsten Sinn, das Sehen, zu verzichten. Aber auch darauf konnte er sich partout eine Antwort zusammen reimen: »Ich bleibe weiterhin bei meiner Antwort. Es wäre doch schade, wären wir alle gleich. Nicht jeder kann geräuschlos der Fortbewegung dienen, wohl aber die, deren Absicht es ist, dich zu verunsichern, dich zu... töten.« Es sollte keinesfalls heißen, dass er naiv war, nein, er wollte ihr nur zeigen, dass er sich dem, was er tat, bewusst war.

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